Grosstier-Rettungsdienst rettet in Not geratene Nutztiere

Oft geraten sogenannte Nutztiere in Not: Abstürze ins Güllenloch, Beinbrüche, Festliegen infolge Milchfieber oder Schwergeburt, verstiegene Tiere und auch schon ein Sturz in den Swimming Pool gehen als Hilferufe beim Grosstier-Rettungsdienst (GTRD) ein.

Die Rettung der grossen und schweren Tiere erfordert spezielle Gerätschaften und grossen Aufwand. Nebst professionellem und oft teurem Equipment braucht es engagierte und langjährig ausgebildete Fachleute, die mit viel Feingefühl und grosser Erfahrung verunfallte, Grosstiere aus lebensbedrohlichen Situationen befreien. Die ehrenamtlichen SpezialistInnen des GTRD nehmen dafür nicht selten lange Anfahrtsstrecken in Kauf und bergen die verängstigten Tiere unter widrigsten Umständen möglichst schonend aus manchmal scheinbar ausweglosen Situationen.


Beinbruch beim Spiel mit andern Rindern Der tierliebe Landwirt entschied sich gegen eine Schlachtung des verletzten Tieres und bat den GTRD um Hilfe.

Anfangs Juni rückte der GTRD zu einer besonders aufwändigen Rettungsaktion aus. Ein ausgebüxtes Rind geriet in den Rhein und blieb dort im Schlamm stecken. Da es sich nicht mehr selber befreien konnte, musste es in Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr gesichert und mit der Rega aus seiner ausweglosen Situation ausgeflogen werden. Das Rind hat sein Abenteuer dank dem engagierten Eingreifen der Rettungskräfte zum Glück unbeschadet überstanden.


Sturz in die volle und tiefe Jauchegrube. Das Kalb drohte zu ertrinken, glücklicherweise war der GTRD rechtzeitig zur Stelle und barg es durch die nur 60 cm grosse Öffnung.

Rettungseinsätze des GTRD wie dieser, gestalten sich oft aufwändig und sind meistens mit hohen Kosten verbunden. „Während die meisten Pferdenotfälle durch Versicherungen oder Mitgliedschaft abgedeckt werden können, stellen die bei der Rettung sogenannter Nutztiere entstehenden Kosten die Tierhalter nicht selten vor finanzielle Probleme“, erklärt Ruedi Keller, Leiter des GTRD. Das hat in der Vergangenheit oft dazu geführt, dass HalterInnen selber Hilfsversuche unternehmen – traurigerweise endeten solche Versuche oft mit grossem Leid für die betroffenen Tiere oder gar mit ihrem Tod.


Lahmes Zebu-Rind Das scheue Zebu musste von den Grosstierprofis mit einem Narkosegewehr betäubt werden, damit die Tierärztin es untersuchen konnte

Seit 2016 übernimmt deshalb die SUST Nutztier-Rettungskosten, die LandwirtInnen nicht tragen können. „Wir sind klar der Meinung, dass auch sogenannte Nutztiere artgerechte Rettung verdient haben und freuen uns über den Erfolg dieser Zusammenarbeit“, sagt Susy Utzinger. „Die Zahl der Hilferufe an den Grosstierrettungsdienst zeigt, wie wichtig die Dienstleistungen dieser Profis sind.“ Im Jahr 2023 finanzierte die SUST 100 Rettungen im Rahmen dieser Aktion.

 

Quelle: Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz
Bildquelle: Susy Utzinger Stiftung für Tierschutz

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