Brut- und Setzzeit hat begonnen: Bitte auf Wildtiere Rücksicht nehmen!

Auch wenn die Tage zum Teil noch empfindlich kalt sind, ist die Brut- und Setzzeit bereits im vollen Gange: Vögel bauen ihre Nester, Wildschweine bringen ihre Frischlinge zur Welt und Dachse sind schon fleissig dabei, ihren Nachwuchs aufzuziehen.

Zum Schutz der heimischen Wildtiere appelliert die internationale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN an alle Hundehalter:innen, ihre Vierbeiner stets anzuleinen und nicht abseits der Wege zu spazieren.

„Momentan ist viel los in Wald und Flur“, sagt Dominik del Castillo, Campaigner für Wildtiere bei VIER PFOTEN Schweiz. „Viele Vögel, beispielsweise Schwäne oder Gänse, beginnen nun mit dem Nestbau und der Brutzeit. Die ersten Dachse säugen bereits ihre Jungen, genau wie Wiesel, Feldhasen oder Füchse. Wird ein Muttertier von einem Hund gehetzt, kann das dramatische Folgen haben. Denn auch wenn es davonkommt, verbrennt es wertvolle Energie, die es eigentlich für die Muttermilchproduktion benötigt. Ist die Mutter zu geschwächt, kann das im schlimmsten Fall den Tod der Jungtiere bedeuten. Verantwortungsbewusste Hundehalterinnen oder Hundehalter sollten in den nächsten Monaten Rücksicht nehmen und ihren Hund im Wald oder auf Wiesen nicht von der Leine lassen.“

Bodenbrüter in Gefahr

Ein Hund muss gar nicht aktiv auf die Jagd gehen, um Schaden anzurichten. Viele Tiere, wie etwa junge Feldhasen oder Rehkitze, sind sehr gut getarnt und flüchten nicht, wenn sich ein Hund nähert. Auch Bodenbrüter sind von herumstreunenden Vierbeinern gefährdet. „Viele selten gewordene Vögel wie etwa Kiebitze oder Rebhühner bauen ihre Nester zwischen Gräser und Sträucher. Sowohl das Nest als auch die Eier sind sehr gut getarnt. Kommt ein Hund zu nahe, flüchtet der Vogel und das Gelege bleibt schutzlos und kalt zurück. Wird das Nest mehrmals am Tag oder auch mehrere Tage hintereinander gestört, können die Vogeleltern das Nest samt Eiern aufgeben, um an einen anderen Ort einen neuen Brutversuch zu starten“, sagt del Castillo.

Auch für Menschen gilt: Abstand halten

Wer im Wald oder am Wegrand ein Jungtier entdeckt, sollte es auf keinen Fall anfassen oder mitnehmen. Häufig befindet sich das Muttertier in der Nähe. „Solange ein Mensch präsent ist, wird das Muttertier Abstand halten. Findet man beim Spazierengehen beispielsweise ein Rehkitz, sollte man das Tier aus der Distanz beobachten. Rehkitze haben einen angeborenen Druckinstinkt. Bei Gefahr drückt sich das Rehjunge fest auf den Boden und bleibt regungslos liegen. Nur wenn das Tier eindeutig verletzt ist, sollte man eingreifen und den Wildhüter kontaktieren. Aber auch hier sollte man das Tier nur mit Handschuhen anfassen. Haftet menschlicher Geruch am Tier, könnte es von der Mutter verstossen werden“, rät der Wildtierbiologe von VIER PFOTEN.

Vorsicht bei Wildschweinen

Auch viele Wildschweine bringen im Frühling ihre Jungen zur Welt. Frischlinge sind häufig sehr neugierig und nehmen beim Anblick von Menschen nicht zwingend Reissaus. Aber Achtung: Wo Frischlinge sind, ist die Bache meist nicht fern und das kann gefährlich werden. „Bachen, also weibliche Wildschweine, beschützen ihren Nachwuchs energisch. Wenn die Kleinen Angstlaute von sich geben, wird sie vehement gegen die vermeintliche Bedrohung vorgehen – ganz gleich, ob das ein Mensch ist oder ein Hund“, so del Castillo. Wer also Wildschweine mit Nachwuchs sieht, sollte einen grossen Bogen um die Tiere machen.

 

Quelle: VIER PFOTEN
Bildquelle: VIER PFOTEN

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