COVID-19: WHO soll sich für dauerhaftes Verbot von Wildtiermärkten einsetzen

Im Vorfeld des Weltgesundheitstages am 7. April ruft VIER PFOTEN, gemeinsam mit 240 weiteren internationalen NGOs, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verantwortung:

Die Organisationen fordern die WHO auf, sich für ein dauerhaftes Verbot von Wildtiermärkten einzusetzen, denn sie stellen eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar.

Studien belegen, dass diese Märkte die ideale Umgebung für Viren und Bakterien sind, die von Tieren auf Menschen überspringen. Die Nachfrage nach lebenden und toten Wildtieren für den menschlichen Verzehr oder die traditionelle Medizin bleibt jedoch ungebremst. In Anbetracht der derzeitigen globalen Gesundheitskrise gibt es keinen besseren Zeitpunkt, um solche Praktiken zu verbieten, um künftige Pandemien zu verhindern.

Die NGOs erhalten auch gewichtige Unterstützung innerhalb der UN: In einem Gespräch mit dem aktuellen „Guardian“ hat sich die Acting Executive Secretary der UN-Biodiversitätskonvention, Elizabeth Maruma Mrema, ebenfalls für ein Verbot von Wildtiermärkten eingesetzt: zum Artikel von the guardian

Nach Angaben des Wissenschaftsmagazins Nature sind 60 Prozent der neu auftretenden Infektionskrankheiten zoonotisch, 70 Prozent davon stammen vermutlich von Wildtieren. Auf Wildtiermärkten ist das Risiko der Übertragung von Zoonosen besonders hoch: Die Märkte sind oft überfüllt und die Tiere leben in äusserst unhygienischen Bedingungen, auf engstem Raum zusammengepfercht. Durch die Nähe zum Menschen können Krankheitserreger sich problemlos verbreiten. Die Tiere haben noch dazu ein schwaches Immunsystem als Folge von unzureichender Pflege, Stress und Trauma. Sie sind anfällig für Krankheiten, was das Risiko für den Menschen nur zusätzlich erhöht.

„Es ist nicht das erste Mal, dass Infektionskrankheiten mit Wildtieren in Verbindung gebracht werden. Die jüngsten Epidemien SARS-CoV 1, wo Erreger von Fledermäusen auf Zibetkatzen und dann auf den Menschen übersprangen, und MERS-CoV, das von Kamelen auf den Menschen übertragen wurde, sowie Ebola und HIV sind allesamt zoonotische Krankheiten.  Solange es Wildtiermärkte gibt, werden weiter neue entstehen. Es wäre mehr als fahrlässig von der WHO, nicht mit aller Macht dazu beizutragen, dass künftige Pandemien verhindert werden“, sagt Kieran Harkin, Leiter der Wildtierkampagnen bei VIER PFOTEN.

Traditionelle Medizin treibt Wildtierhandel noch zusätzlich an

Studien von World Animal Protection (WAP) zeigen, dass über 80 Prozent der Konsumenten traditioneller Medizin pflanzliche oder synthetische Inhaltsstoffe bevorzugen würden. Dennoch werden für manche Produkte immer noch Wildtiere, wie zum Beispiel Schuppentiere, Bären, Schildkröten, Löwen oder Tiger verarbeitet. „Löwen- und Tigerknochen, Nashorn-Horn oder Schuppen von Schuppentieren haben keine nachgewiesenen medizinischen Eigenschaften. Wir appellieren an Regierungen weltweit, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass der Verzehr und die Verwendung von Wildtieren ein Risiko für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit darstellt. Märkte, die Wildtiere und ihre Teile verkaufen, dürfen in ihren jeweiligen Ländern keinen Platz haben“, so Harkin.

Offener Brief an die WHO

Titelbild: Wildtiermärkte stellen eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar. Die Nachfrage nach Wildtieren wie Schuppentieren, Schildkröten, Tigern und Fledermäusen für den menschlichen Verzehr oder die traditionelle Medizin bleibt jedoch ungebremst.

 

Quelle: VIER PFOTEN
Titelbild: © VIER PFOTEN | R&D

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Kommentare: 7

Moretta Johanna
10.04.2020 11:57
Hört endlich auf mit den Wildtieren essen.Daher kommmt das Corona,das haben wir WUHAN CHINA zu verdanken.Macht dies doch ENDLICH STRAFBAR wenn nicht befolgt wird .....mit der Todesstrafe.
Eveline Prodolliet
07.04.2020 21:19
Bitte setzen Sie sich für ein Verbot Wildtiermärkte ein, zugunsten der Menschen und den Gesundheit und der betroffenen Tiere.
Aisla Gehrig
07.04.2020 21:09
Wo kann ich eine Petition unterschreiben?
Carina
07.04.2020 19:53
Ja unbedingt verbieten man sollte endlich mal den "Fisch am Kopf packen" wie ein Sprichwort sagt. Denn es ist ja nicht das erste mal das es von China kommt ! Das die WHO hier nicht schon längst etwas unternommen hat kann ich nicht verstehen. Sorry aber diese Menschen sind einfach Schweine was die alles Essen! Man sollte in Zukunft einen Gesundheitsausweis verlangen bevor diese überhaupt wieder irgendwo einreisen dürfen!! Wegen all dem müssen alle anderen auf der Welt diese Pandamie aushalten sie unsere Wirtschaft und vorallem uns kleinen die Existenz kostet!!!
Renee winkler
07.04.2020 17:24
Ja. Efbieten!
Schmid
07.04.2020 17:19
Bitte schafft die Wildtiermärkte ab. Es muss ja nicht alles gefressen werden was nicht weg kann. In der heutigen Zeit hat man genug Auswahl an "normalen" Lebensmitteln!!!! Dies gilt auch für Katzen und Hunde bitte, denen bei lebendigem Leib das Fell abgezogen wird. Wir sind ja nicht mehr im Mittelalter oder? Auch braucht nicht jeder im Hinterhof einen vergammelten Klein-Bauernhof!!! Die Tiere werden nicht artgerecht nein sogar unmenschlich gehalten, gequält usw. Diese Krankheiten kommen immer aus dem gleichen Land. Tut doch mal etwas dagegen bitte!!!!!!
Sabine Maria Roth
07.04.2020 16:54
Zum Schutz der Tiere und der Menschen...

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