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EuroBirdwatch: Millionen von Zugvögeln beobachtet

04.10.2021 |  Von  |  News

Viele Millionen Vögel ziehen derzeit fast unbeachtet über Europa und die Schweiz, um in wärmere Gefilde zu gelangen.

Am Wochenende vom 2. und 3. Oktober 2021 wurden sie auf ihrer Reise beobachtet und gezählt: Die Internationalen Zugvogeltage EuroBirdwatch von BirdLife fanden in 41 europäischen und zentralasiatischen Ländern statt. In der Schweiz besuchten rund 3’500 Interessierte die 53 Beobachtungsstände der BirdLife-Sektionen und zählten insgesamt knapp 167’000 durchziehende und rastende Vögel.

Nur ein Pfiff verrät, dass da ein Trupp Heidelerchen über die Köpfe fliegt. Besser zu bestimmen sind die Ringeltauben, die in grossen Schwärmen übers Land ziehen. Weit oben am Himmel segeln Bussarde und Störche gen Süden. Am Wochenende vom 2. und 3. Oktober 2021 blieben die kleinen und grossen Weltenbummler für einmal nicht unbeachtet, denn es fanden die Internationalen Zugvogeltage EuroBirdwatch von BirdLife statt: In 41 europäischen und zentralasiatischen Ländern wurden sie von rund 28’000 Personen beobachtet und gezählt. Über 7 Millionen Vögel konnten notiert werden.


Das Phänomen Vogelzug zog am EuroBirdwatch Jung und Alt in den Bann. (Bild: BirdLife – Naturzentrum Neeracherried)


Auch in der Schweiz standen die Zugvögel an diesem Wochenende im Fokus. Zu den Stars unter ihnen zählen hierzulande natürlich die Stare mit ihren faszinierenden Formationen am Himmel. Sie und viele weitere Arten wurden von rund 3’500 Interessierten beobachtet, die einen der 53 Birdwatch-Stände im ganzen Land besucht hatten. Den Rekord stellte dieses Jahr die Ringeltaube mit über 90’000 Individuen auf; ebenfalls gut vertreten waren die Buchfinken mit rund 30’000 und die Rauchschwalbe mit beinahe 6’000 Individuen. An einigen Orten wurde starker Südwind registriert; dadurch waren vor allem weniger Kleinvögel unterwegs, die besseres Zugwetter abwarten. Insgesamt zogen mit 166’828 gesichteten Vögeln dennoch sehr viele Weltenbummler über unser Land. Darunter waren auch einige Seltenheiten, so Kiebitzregenpfeifer, Rotkehlpieper, Fischadler und Beutelmeisen.


Wie hier in Hombrechtikon helfen Fachleute beim Erkennen der am EuroBirdwatch beobachteten Zugvogelarten. (Bild: Ursi Schwarz)


Der EuroBirdwatch von BirdLife fand dieses Jahr bereits zum 28. Mal statt. Die Schweizer Beobachtungsstände wurden von den BirdLife-Sektionen wiederum an besonders günstigen Orten wie etwa auf Pässen oder an Seen errichtet, an denen der Vogelzug sehr gut live erlebt oder rastende Vögel und erste Wintergäste beobachtet werden konnten. Daneben gab es weitere Attraktionen wie Wettbewerbe oder Postenläufe für Klein und Gross.

BirdLife möchte mit dem Grossanlass neben der Faszination für den Vogelzug auch das Bewusstsein um die Gefahren stärken, die den Vögeln auf ihrem Weg ins Winterquartier begegnen. Gemäss einem wissenschaftlichen Bericht von BirdLife International werden im Mittelmeerraum jährlich rund 25 Millionen Zugvögel illegal getötet. Daneben erschweren Trockenlegungen von Feuchtgebieten, Stromleitungen, Windenergieanlagen und starke Nachtbeleuchtung den Vögeln die Reise in ihr Winterquartier. BirdLife Schweiz setzt sich für die Zugvögel in den Brutgebieten, auf dem Zugweg und in den Winterquartieren ein. So unterstützt der Verband seine BirdLife-Partner in Ländern wie Zypern oder Italien im Kampf gegen die Wilderei finanziell.

Die detaillierten Schweizer Resultate des EuroBirdwatch sind unter www.birdlife.ch/ebw einsehbar. Die internationalen Resultate sind auf der Webseite www.eurobirdwatch.eu zusammengefasst.

Die Beutelmeise war eine der Raritäten am diesjährigen EuroBirdwatch.

 

Quelle: Bird Life Schweiz
Titelbild: © Michael Gerber


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