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Grünes Licht für die Rettung des einsamsten Elefanten der Welt

07.09.2020 |  Von  |  News, Zoo

Elefant Kaavan, der seit 35 Jahren im Marghazar Zoo in Islamabad eingesperrt lebt und als „einsamster Elefant der Welt“ bezeichnet wird, ist seiner Rettung ein Stück nähergekommen.

Am 4. September führte die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN, im Auftrag der pakistanischen Behörden, medizinische Tests durch und stellte fest, dass Kaavan stark genug für eine Umsiedlung in ein Tierschutzzentrum, voraussichtlich in Kambodscha, ist.

Bereits im Mai entschied das Höchstgericht in Islamabad, den umstrittenen Zoo wegen seiner schlechten Haltungsbedingungen zu schliessen. VIER PFOTEN unterstützt das nun für den Zoo verantwortliche Islamabad Wildlife Management Board (IWMB) bei der sicheren Evakuierung der verbleibenden Zootiere. Zu spät kommt die Rettung für zwei Löwen, die bei einem Transportversuch Ende Juli starben.

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen führte das VIER PFOTEN Team, bestehend aus Wildtierärzten- und Experten, Kaavans Untersuchung durch. Nachdem die Tierärzte den übergewichtigen Elefantenbullen betäubt hatten, nahmen sie Blutproben, vermassen ihn und setzten einen Mikrochip in seine linke Schulter ein.

„Aufgrund falscher Ernährung und mangelnder Bewegung zeigt Kaavan sichtbare Anzeichen von Fettleibigkeit. Ausserdem sind seine Nägel rissig und verformt, was vermutlich am ungeeigneten Bodenbelag in seinem Gehege liegt. Um dieses Problem zu beheben, muss er ein intensives Fusspflegeprogramm durchlaufen, das so im Marghazar Zoo nicht möglich ist“, sagt Dr. Amir Khalil, VIER PFOTEN Tierarzt und Missionsleiter. Dr. Frank Göritz, leitender Tierarzt des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin, fügt hinzu: „Die wenigen körperlichen und geistigen Herausforderungen sowie das Fehlen eines Partners haben dazu geführt, dass sich Kaavan unglaublich langweilt. Er hat bereits stereotypes Verhalten entwickelt, bei dem er stundenlang mit seinem Kopf und Rüssel hin und her wackelt. Insgesamt sind die Ergebnisse seiner Blutuntersuchungen aber gut, und sein allgemeiner Gesundheitszustand erlaubt es ihm, umgesiedelt zu werden.“




Der einsamste Elefant der Welt

Kaavan kam 1985 als Geschenk von Sri Lanka nach Pakistan. Von 1990 an teilte er sein Gehege im Marghazar Zoo mit seiner Partnerin Saheli, doch seit ihrem Tod im Jahr 2012 fristet Kaavan ein einsames Dasein. 2016 wurde eine internationale Kampagne zur Rettung des Dickhäuters gestartet. Als das Gericht in Islamabad im Mai 2020 die Schliessung und Räumung des Zoos anordnete, wurde entschieden, dass Kaavan – abhängig von seinem Gesundheitszustand – in ein Tierschutzzentrum innerhalb oder ausserhalb Pakistans gebracht werden soll. Neben Kaavan unterstützt VIER PFOTEN auch die Umsiedlung von zwei ehemaligen Tanzbären, die ebenfalls im Marghazar Zoo gehalten werden. Die 17-jährige Bärin Suzie befindet sich nach der operativen Entfernung eines Tumors in einem kritischen Zustand. VIER PFOTEN bot den pakistanischen Behörden an, beide Bären in ihr Tierschutzzentrum in Jordanien zu bringen, das gemeinsam mit der Princes Alia Foundation betrieben wird. Die Entscheidung über das Schicksal der anderen Zootiere steht noch aus.

Tote Löwen und über 500 vermisste Tiere im Marghazar Zoo

Immer wieder geriet der Marghazar Zoo in Islamabad aufgrund seiner schlechten Haltungsbedingungen in die Schlagzeilen. Erst im Juli 2020 tauchten schockierende Aufnahmen von zwei Löwen, die gegen ein Feuer in ihrem kleinen Gehege kämpfen, auf. Beide Grosskatzen starben schliesslich an den Folgen einer Rauchgasvergiftung. In den vergangenen Jahren wurden über 500 Zootiere als vermisst gemeldet, allein in den letzten vier Jahren starben über zwei Dutzend Tiere im Marghazar Zoo. Ursprünglich wurde der 28 Hektar grosse Zoo 1978 als Wildtierschutzzentrum in den Margalla Hills in Islamabad eröffnet. Der Zoo ist seit seiner Gründung im Besitz der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.

 

Quelle: VIER PFOTEN
Artikelbilder: © VIER PFOTEN | Xdynamix


1 Kommentar


  1. ENDLICH – Herzlichen Dank an Vier Pfoten! Ich Spende schon seit Jahrzehnten und bekomme immer wieder Bestätigungen, dass meine Beiträge proaktiv und sinnvoll eingesetzt werden.

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