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Heimische Tiere in ihrer freien Wildbahn beobachten – Die Hot Spots der Schweiz

18.04.2020 |  Von  |  Natur & Umwelt, Wildtiere
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Wer Wildtiere sehen möchte, denkt vielleicht zunächst an den städtischen Zoo. Ein Tier in seinem natürlichen Lebensraum zu beobachten ist jedoch noch einmal ein Erlebnis anderer Art. In der Schweiz gibt es für dieses Vorhaben einige Gelegenheiten. Insbesondere wenn eine Sichtung garantiert sein soll, sind Hot Spots der richtige Anlaufpunkt.

Sowohl gezieltes Ansteuern als auch einfache Spaziergänge ermöglichen die Begegnung zwischen Mensch und Tier. Allerdings sind dabei ebenso gewisse Verhaltensregeln einzuhalten.

Welche Wildtiere lassen sich beobachten?

Die Schweiz ist die Heimat vieler unterschiedlicher Tiere. Mit dazu zählen:

  • Murmeltiere
  • Biber
  • Steinböcke
  • Gämsen
  • Bartgeier
  • Frösche
  • Braunbären
  • Wölfe
  • Rehwild
  • Zahlreiche Vogelarten

Einige der Tiere leben in Schutzgebieten, während andere in freier Wildbahn anzutreffen sind.

Bär und Wolf – Sichere Begegnung im Naturschutzgebiet

In der Schweiz siedeln sich sowohl Bären als auch Wölfe wieder vermehrt an, wie auch aktuelle Berichte zeigen. Allerdings sind diese ganz geschickt darin, dem Menschen bewusst aus dem Weg zu gehen. Den Wolf gibt es hier seit den 1990er Jahren, Bären werden seit 2005 vermehrt gesichtet. Wer ganz sichergehen möchte, diese Tiere zu beobachten, hat die Möglichkeit, zwei Schutzzentren zu besuchen:

  • Arosa Bärenland: Hier leben sowohl Fundtiere als auch ehemalige Zirkusbären in ihrer natürlichen Umgebung. Die Beobachtung ist von Plattformen aus, direkt ins Gehege möglich.
  • Wildnispark Zürich Langenberg: Hier sind die Anlagen frei begehbar. Neben Wölfen lassen sich ausserdem Luchse, Rehe und Wildkatzen beobachten. Dazu gibt es spezielle Wolfsführungen, in denen das Verhalten und Leben im Rudel erklärt wird.

Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere und mehr

Die genannten Tiere in freier Wildbahn anzutreffen ist nicht schwer. Sie alle leben vor allem im Schutzgebiet Graubünden, wo sie zwischen Ende Juni und Mitte Oktober gut zu beobachten sind. Dazu gibt es geführte Wanderungen, die unmittelbar an ihren Lebensräumen vorbeiführen.

Gleichwohl ist ein Besuch auf dem Niederhorn empfehlenswert. Hier sieht man besonders viele Steinböcke. Aber auch eine Begegnung mit Rehen, Murmeltieren und dem Steinadler sind möglich.

In der Schweiz gibt es ausserdem einige Empfehlungen, wenn man es gezielt auf Murmeltierbeobachtungen abgesehen hat: Der Murmeli-Trail an der Lenk, sowie der Murmeltierpfad lassen nicht nur den Blick auf die possierlichen Tierchen zu, sondern bieten gleichzeitig Informationstafeln auf mehreren Kilometern, dank derer es sehr gut möglich ist, mehr über die Nager zu erfahren.

Der Biber macht es sich erst innerhalb der letzten Jahrzehnte wieder gemütlich in der Schweiz. Möchte man ihnen begegnen, steuert man am besten den Biberlehrpfad der Ostschweiz an, sowie den Aarberg an der Aare, wo man sich auf die Spuren des Bibers begeben kann. Letzterer bietet besondere Highlights wie die Fischtreppe und den Biberpass, wo man die pelzigen Kreaturen sehr häufig antrifft.


Luftaufnahme von Fluss und Wald in der Schweiz, aarberg

Die nachtaktiven Biber können mit ein wenig Glück in der Region Aarberg vorgefunden werden. (Bild: Patrick Hadorn – shutterstock.com)


Hot Spots für Vogelbeobachtungen

Die Schweiz ist bekannt für ihre Vielfalt unterschiedlichster Vogelarten, die sich dank der richtigen Hot Spots in freier Natur sichten lassen. Mit dazu gehört nicht nur der Kiebitz, der Eisvogel, oder der Storch. Wer Glück hat, erblickt verschiedene Greifvögel, darunter auch den Bartgeier. Für so manchen Ornithologen eine wahre Freude. Besonders zu empfehlen sind die folgenden Locations:

  • Bolle di Magadino: Hierbei handelt es sich um eine Auenlandschaft, in der einige der bedeutendsten Arten Europas leben. Sowohl im Frühling als auch Herbst sammeln sich hier zahlreiche Zugvögel, die bei ihren regelmässigen Reisen die Alpen überqueren müssen.
  • Vogelwarte Sempach: Eine gemeinnützige Stiftung, die sich für Vogelkunde und -schutz einsetzt. Sie verfolgt vor allem den Schutz der einheimischen Vogelwelt und erforscht deren Lebensweise. Gleichzeitig erhält der Besucher einen Einblick in die Bedrohungen, mit denen die Vogelwelt zurechtkommen muss. Neben den Ausstellungen steht ihm eine weitläufige Terrasse zur Verfügung, mittels der eine wunderbare Aussicht auf Wasservögel möglich ist.
  • Neeracherried: Hier gibt es gleich zwei Naturpfade, auf denen der Wanderer mit etwas Glück seltene Arten erblickt. Spezielle Führungen durch das Gebiet vermitteln Einzelheiten und bieten gleichzeitig die Gelegenheit, besondere Aussichtsplattformen anzusteuern.
  • Wildtierschutzgebiet Huetstock auf Melchsee-Frutt: Seit Jahren wird in diesem Gebiet der Bartgeier erfolgreich ausgewildert. Der hier befindliche Infostand gibt Auskunft über das Projekt. Besucher erblicken zwischen Mitte Juni bis Ende August mit etwas Glück sogar einen der seltenen Vögel.

Verhaltensregeln beachten

In der Wildnis Tiere zu beobachten, ist stets mit ein paar Regeln verknüpft. Nur wer diese befolgt, kann darauf hoffen, einen Blick auf die Wildtiere zu erhaschen. Mit dazu gehört:

  • Lärm vermeiden: Denn dieser schreckt die Wildtiere auf, so dass sie sich nicht blicken lassen.
  • Fernglas mitnehmen: Manche der Tiere sieht man nur aus weiter Entfernung. Die Beobachtung mittels Feldstecher holt Murmeltier und Co. ins unmittelbare Sichtfeld.
  • Abstand halten: Wildtiere lassen sich weder streicheln, noch füttern. Diese Regel dient ausserdem nicht nur dem Schutz der Tiere, sondern auch dem des Menschen.
  • Wildruhezonen akzeptieren: Es gibt klar gekennzeichnete Zonen, die Besucher nicht betreten dürfen. Sie dienen den Tieren als Sicherheits- und Ruhezone.

Wer die Regeln einhält und entsprechend geduldig ist, kann davon ausgehen, dass er irgendwann sicherlich Glück bei seinen Beobachtungen hat.

 

Titelbild: Smolina Marianna – shutterstock.com


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