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TASSO warnt vor „Hunden im Backofen“ – Auto als tödliche Falle

10.06.2021 |  Von  |  Hunde, News

Jedes Jahr sterben Hunde qualvoll in heissen Autos. Den wenigsten Tierhaltern ist bewusst, dass schon wenige Minuten ab 20 Grad Celsius Aussentemperatur ausreichen, um das Auto zur tödlichen Falle werden zu lassen. Das Autoinnere kann sich bei steigenden Temperaturen schnell auf über 50 Grad Celsius aufheizen.

Aus diesem Grund warnt die Tierschutzorganisation TASSO e.V., die Europas grösstes kostenloses Haustierregister betreibt, vor dieser Gefahr und gibt wichtige Tipps für den Notfall.

Auch wenn das Wetter in den vergangenen Wochen sehr schwankend war, die wenigen sommerlichen Tage reichten schon aus, um die Berichte über im heissen Auto zurückgelassene Hunde in die Höhe schnellen zu lassen. Einer der Hunde bellte laut um sein Leben und konnte so in letzter Minute von der Polizei gerettet werden. „Es darf nicht sein, dass noch immer so viele Hundehalter die Verantwortung gegenüber ihrem Tier auf die leichte Schulter nehmen. Der Innenraum der Fahrzeuge kann sich schon bei etwa 20 Grad Aussentemperatur binnen kurzer Zeit auf extreme Temperaturen aufheizen“, erläutert TASSO-Leiter Philip McCreight.

In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen in Deutschland wieder stetig steigen. Dabei ist noch nicht einmal Sonnenschein notwendig, um das Innere des Wagens in einen „Backofen“ zu verwandeln. Es bringt auch keine Abkühlung, das Autofenster einen Spalt offen zu lassen, denn auch diese Massnahme kann keine ausreichende Luftzirkulation gewährleisten. Da Hunde nicht so schwitzen wie wir Menschen, bleibt ihnen nur das Hecheln zur Abkühlung. Dabei verbrauchen sie jedoch sehr viel Wasser. Es droht ein Hitzschlag, bei dem die Körpertemperatur des Tieres über 41 Grad steigt. Lebenswichtige Organe können nicht mehr ausreichend versorgt werden.

TASSO rät daher davon ab, Hunde bei warmen Temperaturen im Auto zu lassen. Auch wenn es nur ein paar Minuten werden sollen: Dauert die geplante Erledigung unerwartet länger, kann das nicht nur schlimme Qualen, sondern auch den Tod des Tieres bedeuten. Zudem stellt es einen Verstoss gegen das Tierschutzgesetz dar, einem Tier Schmerzen, Leiden und Schäden zuzufügen.

Im Notfall eingreifen

Wer an einem warmen Tag einen Hund im Auto sieht und eine Notsituation für das Tier erkennt, sollte sofort versuchen, den Halter ausfindig zu machen. Gelingt dies nicht unmittelbar, ist es ratsam, die Polizei oder Feuerwehr zu informieren. Wenn sich der Zustand des Hundes dramatisch verschlechtert oder das Tier sogar das Bewusstsein verliert, sollten Tierfreunde unverzüglich handeln. Denn je nach Verfassung des Tieres kann es notwendig sein, den Hund selbst aus dem überhitzten Fahrzeug zu retten. Doch Vorsicht, um das Tier zu befreien, ist es unumgänglich, fremdes Eigentum zu beschädigen. Darum ist es ratsam, dem Wagen so wenig Schaden wie möglich zuzufügen und weder Front- noch Heckscheibe, sondern besser ein Seitenfenster einzuschlagen. Helfer sollten vorher aber unbedingt prüfen, ob beispielsweise eine Tür des Fahrzeuges unverschlossen ist. Es kann durchaus passieren, dass der Fahrzeughalter später Strafanzeige wegen Sachbeschädigung gegen den Tierretter erstatten wird. In diesem Fall können sich Betroffene auf einen rechtfertigenden Notstand berufen. Umso wichtiger ist es jedoch, Zeugen für den Vorfall zu haben und die Polizei zu verständigen.

Erste-Hilfe für den Vierbeiner

Sobald der Vierbeiner aus dem heissen Auto befreit wurde, sollte er an einen schattigen Ort gebracht und versorgt werden. „Helfer können den Hund mit kühlem, jedoch nicht mit eiskaltem Wasser, nass machen. Es darf ruhig eine grössere Menge Wasser verwendet werden, denn das Ziel ist, den Hund wirklich bis auf die Haut zu durchnässen“, erklärt die für TASSO tätige Tierärztin Dr. Anette Fach. Darüber hinaus ist eine gewisse Ventilation wichtig. Auch Wasser darf dem Tier angeboten werden. Es sollte allerdings nicht zum Trinken gezwungen werden. Wenn die Notfallversorgung abgeschlossen ist, sollte das Tier auf direktem Wege zum Tierarzt gebracht werden, damit dieser die medizinische Versorgung übernehmen kann. Auch wenn der Hund wieder fit scheint, kann das täuschen und sein Zustand später doch noch kritisch werden.

 

Quelle: TASSO e.V.
Bildquelle: TASSO e.V.


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