Tierquälerei in Lieferschlachthöfen des VPI - Rücktrittsforderung (Video)

Der Tierschutzbund Zürich (TSB) wirft VPI-Präsident Josef Pittino wiederholt massives Versagen seines Verbandes beim Tierschutz vor. „Aktuelles Videomaterial aus dem australischen Pferdeschlachthof Meramist zeigt barbarische Schlachtmethoden“, so Sabrina Gurtner, Projektleiterin Pferde beim Tierschutzbund Zürich.

Kunden dieses Schlachthofes sind Mitglieder des Verbandes der Schweizer Pferdefleischimporteure VPI, darunter die Firma Carnoglob aus Basel.



Der VPI verspricht seit 2013, dass er den Tierschutzstandard in allen Lieferschlachthöfen kontrolliert. Zur Einführung europäischer Standards sei eigens ein Tierschutz-Handbuch entwickelt und bis heute acht Mal überarbeitet worden.

„VPI-Präsident Josef Pittino beteuert, dass Tierschutz für ihn wichtig sei. Wie schon bei den Schlachthöfen in Süd- und Nordamerika holt ihn erneut die Realität ein. Auch im australischen VPI- Partnerschlachthof Meramist werden Pferde systematisch gequält. Obwohl der VPI Audits und Kontrollen vor Ort durchgeführt haben will. Das Fleisch der gequälten Pferde landet auf Schweizer Tellern“, kritisiert TSB-Präsident York Ditfurth. „Der Tierschutzbund Zürich fordert VPI- Präsident Josef Pittino zum Rücktritt und die VPI-Mitglieder zum Importstopp für Qualfleisch aus Übersee auf.“

Die RTS-Sendung „Mise au Point“ zeigte am Sonntag, 16.2.2020 Ausschnitte des versteckt gedrehten Materials. „Es sind nur Minuten aus vielen Stunden Filmaufnahmen“, so Sabrina Gurtner. Zu sehen ist, wie ein Langstreckentransporter im Schlachthof entladen wird, wie tote Pferde mit einem Gabelstapler von der Ladefläche gezogen werden. Beim Treiben in den Schlachthof wird geprügelt, getreten und geschrien. Mit Elektrotreibern wird gezielt in die Genitalien gestossen. „Die Betäubung der Pferde per Bolzenschuss ist dilettantisch. Bis zu fünf Mal werden Pferde nachgeschossen. Zwischen den Schüssen vergeht unverantwortlich viel Zeit, weil es keine geladene ‘Backup-Pistole’ gibt“, kritisiert Sabrina Gurtner. Viele Pferde werden bei vollem Bewusstsein aufgehängt zum Ausbluten.

Das von Josef Pittino in mehreren Interviews der vergangenen Jahre gepriesene VPI-Handbuch soll den Tierschutz in den Schlachthöfen garantieren. Es definiert auch K.O.-Kriterien, die zu einer sofortigen Suspendierung der Geschäftsbeziehung führen sollen.

Dazu gehören Schläge auf den Kopf und der Einsatz von Elektrotreibern.

„In einem anderen Rechtsraum ist das VPI-Handbuch nichts anderes als ein Wunschzettel, mit dem der Verbandspräsident Josef Pittino die VPI- Mitglieder und deren Kunden beruhigen will. Die Situation im Schlachthof Meramist ist jedoch alarmierend“, erklärt Sabrina Gurtner.

Die Bilder sind keine Momentaufnahme. Sie wurden heimlich gefilmt an 22 Tagen in einem Zeitraum von zwei Jahren. Die Veröffentlichung der Aufnahmen in Australien im Oktober 2019 hat zu einem Eklat geführt.

„Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte VPI-Präsident Pittino handeln und den Import von Pferdefleisch aus Qualproduktion in Australien stoppen müssen“, begründet York Ditfurth die TSB-Forderung nach einem Rücktritt.

Auch für die Konsumenten in der EU und der Schweiz bestehen Risiken. Mehr als die Hälfte der im Schlachthof Meramist geschlachteten Pferde sind aussortierte Rennpferde. „Die Gefahr von Medikamentenrückständen ist deshalb enorm gross, besonders bei Pferden, die noch wenige Wochen zuvor auf der Rennbahn waren“, so Gurtner.

Sportpferde werden häufig mit schmerzstillenden Entzündungshemmern wie Phenylbutazon behandelt. Ein Wirkstoff, der in Europa für Schlachtpferde verboten ist. Der Rest sind Pferde unklarer Herkunft. „Auskunft über die Herkunft und medizinischen Behandlungen in den letzten sechs Monaten erteilt der letzte Besitzer, auch wenn er das Pferd erst seit kurzem besitzt. Vor der Schlachtung sind Besitzerwechsel häufig“, so Sabrina Gurtner weiter. Erst kürzlich forderte deshalb der australische Senat, die Pferde in einer nationalen Datenbank zu registrieren, um die Rückverfolgbarkeit gewährleisten zu können. Wohl auch aus wirtschaftlichem Interesse, denn Australien schlachtet Pferde ausschliesslich für den Export, bis zu 100’000 Pferde pro Jahr. Die Importe in die Schweiz haben sich seit 2013 fast verdreifacht. Damit hat Australien Uruguay vom dritten Platz der Übersee-Pferde- fleischexporteure verdrängt, nach Argentinien und Kanada.

 

Quelle: Tierschutzbund Zürich
Titelbild: Screenshot Youtube

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Kommentare: 13

Margarete Wolf
21.02.2020 13:56
Da kann einem wirklich nur richtig schlecht werden!
Willi Puetz
19.02.2020 20:44
Ich kann und will diese Art der Tierquälerei nicht billigen und finde es abartig. Jedoch überraschen mich viele eurer kommentare. Ich werde als Rassist und Nazi beschimpft, weil ich auf das Schächten der Muslime hinweise und es als perverse Tötung ansehe, wobei einen Tier die Luftröhre durchtrennt wird und das Tier Fast 20 min. Mit dem Tod ringt. Habt ihr dazu auch so viel Mut dieses anzusprechen.
Hugendubel
19.02.2020 14:44
fragt doch diesen Pferdeagenten aus dem Saarland, der weiss mehr...........
Edith Meier
18.02.2020 13:02
Es fehlen mir die Worte, so viel Grausamkeit und Bosheit. Wie armselig muss man sein, seine Macht an wehrlosen Tieren, die so viel geleistet haben, auszuüben. Jedem Tier gehört Respekt und Würde.

Antworte auf den Kommentar von Edith Meier

Susanne Turban
20.02.2020 12:31
Das muss aufhören das ist so grausam
Nicole Bode
18.02.2020 00:26
Wann hört diese Tierquälerei endlich auf?
Gabriela ackermann
17.02.2020 19:50
Stop that immediately
Karin Herrmann
17.02.2020 15:01
...weltweit werden unsere Mitgeschöpfe ausgenutzt, als gefühllose Ware behandelt und bis in den Tod gequält. Wie kann man so sein Portemonnaie füllen? Stoppt diese Verbrechen!
Lola
17.02.2020 14:06
Stoppt diesen Schwachsinn. Die Pferde haben ein langes Leben verdient!
Ein guter Lebensplatz geht vor. Die Metzgerei sollte das letzte sein.
Regula Egolf
17.02.2020 10:20
Tierquälerei sollte überall gestoppt werden. Aufhören mit Fleisch aus dem Ausland.
Bessere Kontrollen beim Transport und bei der Schlachtung.
Fellmann Marianna
17.02.2020 10:01
Ich esse zwar kein Pferdefleisch, da ich nicht meine Freunde esse, aber ich finde es abscheulich, was da passiert. Und die Schweiz bezieht von so einem Ort auch noch das Fleisch. Wirklich abscheulich......

Antworte auf den Kommentar von Fellmann Marianna

Werner Meier
18.02.2020 16:40
Das sowas noch passiert ist unglaublich und der Schweiz unwürdig. Verbietet überhaupt den Import von Fleisch und zusätzlichen Futtermitteln. Wir haben genügend im eigenen Land. Zudem darf dies auch etwas kosten.
Ferrari-hirt rolf
17.02.2020 09:32
Stop diesem Irrsinn !
Allgemein für Tiere !

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