Zoo Basel gibt Geoffroy-Klammeraffen nach 50 Jahren ab
von belmedia Redaktion Allgemein Natur & Umwelt News Wildtiere Zoo
Über 50 Jahre hielt und züchtete der Zoo Basel Geoffroy-Klammeraffen (Ateles geoffroyi). Im Juli 2024 gab er seine Gruppe geschlossen an den Skærup Zoo in Dänemark ab. Der Zolli will sich in Zukunft auf die Haltung einer der drei von der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) empfohlenen Klammeraffenarten konzentrieren.
Bis es soweit ist, ziehen nach der Renovierung des Geheges zunächst Gelbbrustkapuziner (Sapajus xanthosternos) ins Zuhause der Klammeraffen ein.
Am 25. Juli 2024 gab der Zolli seine Gruppe der Geoffroy-Klammeraffen (Ateles geoffroyi) an den Skærup Zoo in Dänemark ab. Sie bestand aus insgesamt neun Tieren: Tica Tequila (28), Bonita (20), Satinka (3), Umberto und U’Quarta (beide 1) sowie Vigor (6 Monate), allesamt im Zoo Basel geboren und aufgewachsen. Zudem waren der 32-jährigen Ferdinand aus einem französischen Zoo sowie Jetta (25) und Juanita (19) aus Neuseeland Mitglieder der Gruppe.
Weshalb der Zolli die Klammeraffenhaltung aufgibt
Die Aufgabe der Geoffroy-Klammeraffenhaltung im Zolli liegt darin begründet, dass es für die Geoffroy-Klammeraffen (Ateles geoffroyi) zwar in den USA, nicht aber in Europa eine Zuchtprogramm-Koordination gibt.
Ferner schlägt die European Association of Zoos and Aquaria (EAZA) momentan drei andere bedrohte Klammeraffenarten zur Haltung vor: die Braunen Klammeraffen (Ateles hybridus), die Braunkopf-Klammeraffen (Ateles fusciceps rufiventris), deren Bestände beide als stark gefährdet eingestuft sind, oder die Rotgesichts-Klammeraffen (Ateles paniscus), deren Bestand als gefährdet gilt.
Für all diese Arten gibt es entsprechende EAZA Ex-situ-Programme (EEP, Zuchtprogramme der European Association of Zoos and Aquaria). Um aktiv zum Erhalt dieser faszinierenden Tiere beitragen zu können, plant der Zoo Basel in Zukunft eine der obenerwähnten Klammeraffenarten zu halten.
Bis es soweit ist, werden nach Abschluss der Renovierungsarbeiten Gelbbrustkapuziner (Sapajus xanthosternos) ins Klammeraffengehege einziehen. Gelbbrustkapuziner gehören zu den meistbedrohten Affenarten der Welt. Entsprechend werden sie einen anderen Platz im Zolli erhalten, sobald die neue südamerikanische Klammeraffenart in Basel ankommt. Wann dies der Fall sein wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen.
Blick in die Geschichte: Klammeraffen seit 1969
Die Haltung und Zucht von Klammeraffen hat im Zoo Basel eine über 50-jährige Tradition. Die ersten Klammeraffen kamen 1969 in den Zolli. Damals war die Wissenschaft betreffend Taxonomie, sprich der eindeutigen Einteilung der Klammeraffen in unterschiedliche Arten, noch nicht auf dem heutigen Stand. Entsprechend durchmischt war die damalige Gruppe; sie bestand aus verschiedenen Arten.
Erst 20 Jahre später, nachdem sich das nötigen Wissen zur Unterscheidung der verschiedenen Klammeraffenarten entwickelt und etabliert hatte, wurden die Individuen, die nicht den Geoffroy-Klammeraffen (Ateles geoffroyi) angehörten, abgegeben. Der Zolli konzentriere sich fortan – bis 2024 – erfolgreich auf die Haltung und die Zucht der Geoffroy-Klammeraffen. Insgesamt kamen 53 Jungtiere zur Welt, von denen die meisten an andere Zoos abgegeben wurden.
Quelle: Zoo Basel
Bildquelle: Bild 1: => Zoo Basel; Bild 2: => Diego Grandi/Shutterstock.com; Bild 3: => Amani A/Shutterstock.com
