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Im Wauwilermoos grosse Fledermausvielfalt (vier neue Arten) nachgewiesen

19.06.2019 |  Von  |  News, Wildtiere
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Im Wauwilermoos grosse Fledermausvielfalt (vier neue Arten) nachgewiesen
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Im Wauwilermoos konnten anhand von Fledermausrufsequenzen mindestens zwölf Fledermausarten nachgewiesen werden – davon vier in der Region neue Arten. Dies entspricht einer überraschend grossen Vielfalt. Rund ein Drittel der Rufsequenzen kann gefährdeten Fledermausarten zugeordnet werden.

Die Wauwilerebene hat eine grosse Bedeutung als Lebensraum für Fledermäuse.

Ein Projekt der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (lawa) weist im Wauwilermoos eine überraschend grosse Vielfalt an Fledermausarten nach. Mit Rufaufzeichnungsgeräten und Stimmenanalyse-Software konnten 55’000 Fledermausrufsequenzen aufgezeichnet und mindestens zwölf Fledermausarten nachgewiesen werden. Verglichen mit ähnlichen Gebieten in der Schweiz entspricht dies einer grossen Fledermausvielfalt. Rund ein Drittel stammt von gefährdeten Fledermausarten.

Für die Region wurden ausserdem vier neue Arten nachgewiesen: die Mückenfledermaus, die Mopsfledermaus, die Nordfledermaus und die Alpenfledermaus. Für die Alpenfledermaus stellt dies sogar den Erstnachweis ausserhalb des Voralpengebietes dar. Mit 30 Arten sind Fledermäuse eine der grössten Artengruppen der Säugetiere in der Schweiz. Die verborgene Lebensweise der nachtaktiven Tiere ist mit ein Grund dafür, dass Vorkommen und Verbreitung weniger gut bekannt sind. Im Gebiet des Kantons Luzern sind bisher 18 Arten bekannt.

Mit Frequenzmuster der Ultraschallrufe die Fledermausart bestimmen

Fliegende Fledermäuse senden permanent Ultraschallrufe aus, um sich anhand der Echos zu orientieren. „Fledermäuse sehen mit den Ohren“, ist ein viel benutztes Bild für diese Sinnesleistung. Ihre Rufe sind für den Menschen faktisch nicht hörbar. Sogenannte Batlogger, Ultraschallaufnahmegeräte mit Mikrofon, zeichnen die Fledermausrufe auf und machen sie hörbar. Anhand der Frequenzmuster lassen sich die Rufe einer Art zuweisen. An insgesamt 60 Standorten im Wauwilermoos entstanden Aufnahmen. Die computerunterstützte Auswertung der aufgezeichneten Rufsequenzen führten Fledermausexperten aus.


Aufnahmestandort mit Batlogger und Mikrofon (Bildquelle: lawa)

Aufnahmestandort mit Batlogger und Mikrofon (Bildquelle: lawa)


Wauwilerebene als wichtiger Lebensraum

Die Wauwilerebene mit dem Wasser- und Zugvogelreservat Wauwilermoos ist damit ein wichtiger Lebensraum für Fledermäuse, insbesondere auch für mehrere seltene Fledermausarten. Der Schutz der Fledermäuse ist komplex. Es braucht die Erhaltung von geeigneten Überwinterungsorten, guten Tages-Quartieren, Flugkorridoren zu den Nahrungsgebieten und den beute-, sprich insektenreichen Jagdgebieten. So stellt beispielsweise die Ron mit ihrem Ufergehölz einen wichtigen Flugkorridor für viele Fledermausarten dar. Solche Leitstrukturen braucht es in der Landschaft, damit Tagesquartier und Jagdgebiet miteinander vernetzt sind. Die Flugkorridore müssen in der Nacht dunkel sein. Die aktuelle Forschung zeigt immer deutlicher die Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf Fledermäuse und dementsprechend die Bedeutung von Dunkelkorridoren.

Die Nahrung der heimischen Fledermäuse besteht hauptsächlich aus Insekten. Durch den Rückgang der Insekten sind folglich auch die Fledermäuse betroffen. Im mit Feuchtflächen und Hecken reich strukturierten Kerngebiet des Wasser- und Zugvogelreservats Wauwilermoos besteht aber ein vergleichsweise reiches Insekten- und damit Nahrungsangebot für Fledermäuse.


„Nordfledermaus“ (Bildquelle: fledermausschutz.ch)

„Nordfledermaus“ (Bildquelle: fledermausschutz.ch)


Veranstaltungshinweis: „Mit Wiesel und Fledermäusen durchs Moos“

Die Exkursion „Mit Wiesel und Fledermäusen durchs Moos“ findet am Freitag, 28. Juni 2019 von 18 – 20.30 Uhr im Wauwilermoos statt. Die von Birdlife Luzern organisierte Exkursion wird von Heidi Vogler, Dienststelle Landwirtschaft und Wald, geführt. Eine Anmeldung ist erforderlich unter folgendem Link.

 

Quelle: Kanton Luzern
Titelbild: „Mückenfledermaus“ (Bildquelle: Monika Lachat)


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