VIER PFOTEN rettet Albaniens letzten „Restaurantbären“

Die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat gestern erfolgreich den letzten sogenannten „Restaurantbären“ Albaniens gerettet. Der 24-jährige Braunbär Mark ist nun auf dem Weg in Richtung Österreich und wird am 9. Dezember in seinem neuen Zuhause, dem BÄRENWALD Arbesbach, eintreffen.

Nachdem das Team von VIER PFOTEN Mark betäubt und aus seinem Käfig befreit hatte, untersuchte ihn die begleitende Tierärztin und stellte sicher, dass er reisefähig ist. Nun ist Mark auf dem Weg von Albanien über Nordmazedonien, Griechenland, Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Österreich.

Mark wurde über 20 Jahre lang als Touristenattraktion neben einem Restaurant in der albanischen Hauptstadt Tirana gehalten. In einem kleinen Käfig mit Betonboden konnte er kein natürliches Verhalten ausleben. Er braucht dringend artgemässe Pflege.

Marks Rettung ist ein Meilenstein. Ohne eine Gesetzesänderung könnten Bären in Albanien aber weiterhin als Touristenattraktion missbraucht werden. Auch viele Grosskatzen werden immer noch illegal gehandelt und leiden in Privathaltung. VIER PFOTEN fordert ein Verbot der Privathaltung von Bären und Grosskatzen, die Errichtung eines lokalen, artgemässen Wildtierschutzzentrums sowie gesetzliche Massnahmen zur Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels.

Der Restaurantbesitzer hatte Mark freiwillig in die Obhut von VIER PFOTEN gegeben und hat schriftlich bestätigt, dass er nie wieder Bären auf dem Restaurantgelände halten wird.

In seinem viel zu kleinen Käfig fand Mark kaum Schutz vor Hitze oder Schlechtwetter. Ohne Rückzugsort war er ständig den Blicken der Restaurantbesucher ausgesetzt. Auch Winterruhe konnte er nie halten.

„Mark verbrachte über 20 Jahre in einem kleinen, kargen Gehege, das keine Beschäftigungsmöglichkeiten bietet. Langeweile und Stress haben dazu geführt, dass er unnatürliche Verhaltensweisen aufzeigt, zum Beispiel wiederholtes Auf- und Ablaufen oder Kauen an den Metallstäben seines Käfigs. Er ist stark übergewichtig, seine Zähne sind teilweise gebrochen, und seine Bewegungen deuten darauf hin, dass weitere Untersuchungen erforderlich sein werden. Unser Team in Arbesbach wird Mark bald tierärztlich behandeln und angemessen pflegen, sodass er sich hoffentlich schnell erholen und ein bärenwürdiges Leben führen kann“, sagt Magdalena Scherk-Trettin, die Wildtierrettungs-Projekte von VIER PFOTEN koordiniert.


Der 24-jährige Braunbär Mark ist nun auf dem Weg in Richtung Österreich und wird am 9. Dezember in seinem neuen Zuhause, dem BÄRENWALD Arbesbach, eintreffen.

Trotz Erfolgen: Wildtierschutz in Albanien nicht ausreichend

Nach eigenen Recherchen und Informationen, die VIER PFOTEN vorliegen, war Mark der letzte sogenannte „Restaurantbär“ in Albanien. Die Privathaltung von Bären ist jedoch nach wie vor legal, sofern ein Tier in Gefangenschaft geboren wird und die Haltung bestimmte Anforderungen erfüllt.

„Keiner Privatperson sollte es erlaubt sein, einen Bären oder ein anderes Wildtier zu halten. Nur ein Verbot der privaten Haltung von Bären und anderen Wildtierarten kann das Leiden und die Ausbeutung dieser Tiere verhindern. Wir fordern die albanischen Behörden dringend auf, auch Massnahmen zur Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels zu ergreifen, der in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Unsere Arbeit in Albanien ist noch lange nicht beendet“, sagt Sajmir Shehu, Projektkoordinator von VIER PFOTEN in Albanien.

VIER PFOTEN und das albanische Ministerium für Tourismus und Umwelt arbeiten gemeinsam an einer neuen Absichtserklärung (MoU), die die Zusammenarbeit bei der Änderung und der Umsetzung von Gesetzen verbessern soll. Ausserdem sieht sie vor, dass die albanischen Behörden eine Wildtierauffangstation im Land einrichten, die die Beschlagnahmung illegal gehaltener Tiere erleichtern würde.


Bär Mark wurde über 20 Jahre lang in einem kleinen Käfig als Touristenattraktion neben einem Restaurant gehalten.

BÄRENWALD Arbesbach: Ein artgemässes Zuhause für gerettete Bären in Österreich

Der BÄRENWALD Arbesbach bietet seit 1998 geretteten Bären ein lebenslanges Zuhause in einem naturnahen Lebensraum. Er war das erste Bärenprojekt von VIER PFOTEN und wurde 2009 erweitert. Mark ist der erste Neuzugang in dem österreichischen Bärenschutzzentrum seit 2015. Mit ihm leben derzeit vier Bären auf mehr als 14‘000 m². Im Waldviertel im Osten Österreichs, das für seine unberührte, ländliche Landschaft bekannt ist, haben die Bären Platz, um ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Sie können baden, graben, umherstreifen, klettern und sich in Höhlen zurückziehen, entweder um sich zu verstecken und zu dösen oder um Winterruhe zu halten.

Arosa Bärenland: Seit 2019 das Zuhause von zwei ehemaligen Restaurantbären

Mit Amelia und Meimo führen im Arosa Bärenland ebenfalls zwei ehemalige Restaurantbären aus Albanien ein neues, artgemässes Leben in der Schweiz. Im Herzen der malerischen Bergwelt liegt das 2.8 Hektar grosse Bündner Bärenschutzzentrum, welches Arosa zusammen mit VIER PFOTEN seit 2018 betreibt. Hier finden Bären aus problematischer Haltung ein weitläufiges und naturnahes Zuhause.

Hier können Sie mehr über die Arbeit von VIER PFOTEN in Albanien erfahren.

 

Quelle: VIER PFOTE
Bilder: © FOUR PAWS

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