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Fohlenaufzucht (Teil 3): Was im ersten Lebensjahr zu beachten ist

15.10.2019 |  Von  |  Haustiere, News
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Fohlenaufzucht (Teil 3): Was im ersten Lebensjahr zu beachten ist
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Ein Fohlen aufzuziehen bedeutet eine Menge Arbeit und Geduld. Besonders im ersten Lebensjahr der Nachwuchspferde gibt es einiges zu beachten, damit aus ihnen einmal stattliche Rösser werden.

Von besonderer Wichtigkeit sind dabei die Themen Gesundheit/Krankheitsprophylaxe und Ernährung.

Dies ist ein Bericht in 5 Teilen.

Fohlenaufzucht (Teil 1): So läuft eine Fohlen-Geburt ab

Fohlenaufzucht (Teil 2): So wird das Fohlen erzogen

Fohlenaufzucht (Teil 3): Was im ersten Lebensjahr zu beachten ist

Fohlenaufzucht (Teil 4): Das ist bei der Sozialisierung zu beachten

Fohlenaufzucht (Teil 5): Auswahl der Fohlenweide

Gesundheit und Krankheitsprophylaxe

In den ersten Tagen und Wochen erhält das Fohlen noch eine „natürliche Impfung“ über die Antikörper in der Muttermilch, besonders über die Kolostralmilch. Leider kann man sich danach nicht mehr auf die Natur verlassen, wenn es um den Gesundheitsschutz des Fohlens geht. Es sollten einige Impfungen durchgeführt werden. Diese kosten zwar, aber generell gilt, dass eine Krankheit bei Fohlen bei weitem teurer ist als eine Impfung.

  • Woche 07: Tollwutimpfung (muss alle 12 Monate aufgefrischt werden)
  • Woche 16: erste Tetanusimpfung
  • Woche 20: zweite Tetanusimpfung
  • Woche 68: dritte Tetanusimpfung (Auffrischung alle zwei Monate)
  • Gegebenenfalls noch Impfungen gegen diverse Hustenviren, Herpes, Virus-Abort, Druse und Influenza (nach Absprache mit dem Tierarzt)

Neben Krankheitserregern sind Würmer ein typisches Problem bei Pferden. Fohlen sind dabei stark gefährdet, besonders durch Befall mit den Darmparasiten Zwergfadenwurm und Spulwurm. Die Larve des Zwergfadenwurms wird über die Muttermilch aufgenommen und verursacht eine Dünndarmentzündung beim Fohlen. Deshalb muss die Stute am Tag der Geburt mit einem Larven abtötenden Mittel behandelt werden.

Der Spulwurm ist sehr widerstandsfähig. Kuren können ab der sechsten Lebenswoche durchgeführt werden. Entsprechend sollte vorher ein Test auf den Wurm durch den Tierarzt erfolgen. Das Gute ist, dass man den Würmern mit Wurmkuren Herr werden kann.

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Die richtige Ernährung für das Fohlen nach dem "Absetzen" (Bild: schubbel - shutterstock.com)

Die richtige Ernährung für das Fohlen nach dem „Absetzen“ (Bild: schubbel – shutterstock.com)


Ernährung

Solange das Fohlen noch von der Mutter gestillt wird, stellt sich die Frage nach der Zufütterung nicht so dringend. Sobald es jedoch abgestillt bzw. von der Mutter getrennt – im Pferdejargon „abgesetzt“ ist – wird es interessant. Man kann davon ausgehen, dass ein „Absetzer“ im Alter zwischen 6 und 12 Monaten durchschnittlich etwa 300 Kilogramm wiegt.

Daraus lässt sich berechnen, dass der Eiweissbedarf in dieser Zeit bei etwa 600 Gramm verdauliches Rohprotein pro Tag liegt. Nur mit Heu und Gras ist es so gut wie unmöglich, diesen Wert zu erreichen: Bei einer Menge von 6 Kilogramm und einem Eiweissgehalt von 50 Gramm je Kilogramm kommt man nur auf 300 Gramm. Mit Zufütterung von ein bis zwei Kilogramm Hafer am Tag kommt man immerhin auf 400 Gramm.

Neben dem Protein sind auch Mineralien und Spurenelemente für die Entwicklung des Fohlens sehr wichtig. Es braucht ca. 39 Gramm Calcium pro Tag sowie 21 Gramm Phosphor. Beides kann durch Heu und Gras nicht gedeckt werden. Deswegen ist eine Calcium-Nahrungsergänzung erforderlich; das Phosphor kann eventuell auch durch Haferzugabe (3,2 g/kg) gedeckt werden. Züchter sollten sich beim Erwerb von Mineralienpräparaten informieren, wie es mit der Bioverfügbarkeit aussieht, da sonst die ganze Mühe unter Umständen umsonst ist. Ein Problem können auch sogenannte Verdrängungsreaktionen spielen; dabei verdrängen Mineralstoffe Spurenelemente aus dem Körper und sorgen so für Nährstoffmängel.

Kein Problem sollte der Magnesiumbedarf (maximal 8 g/Tag) sein; er kann durch qualitativ hochwertiges Heu (2 Magnesium/kg) gedeckt werden. Bei den Spurenelementen ist besonders auf die Deckung des Kupfer-, Zink-, Mangan- und Selenbedarfs zu achten, sonst drohen z.T. schwere Entwicklungsstörungen.

Neben der Gesundheitspflege und der richtigen Ernährung ist für ein Fohlen natürlich auch ganz wichtig, sich ausreichend bewegen zu können. Genug Auslauf gehört demnach zu den wichtigsten Merkmalen eines guten Fohlenplatzes.

 

Titelbild: rokopix – shutterstock.com


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